Die METRO AG legt ihre Arbeit offen

Zur Transparenz beitragen

Der METRO AG ist transparente Arbeit wichtig. Zur Untertützung wurden eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, welche die verantwortliche Interessenvertretung des Berliner Konzernbüros zeigen.

Aus Sicht der METRO AG ist die Idee eines Transparenzregisters gut und richtig. Wichtig ist, dass die Verantwortung für die Erstellung und Umsetzung eines solchen Registers bei der Politik liegt. Dadurch wird die nötige Transparenz, Beteiligung und Ausgewogenheit gewährleistet. Und natürlich muss das Register für viele Akteure gelten und funktionieren: für Unternehmen, Verbände, Nichtregierungsorganisationen oder eben auch Kanzleien, wenn sie als Interessenvertreter beauftragt sind. Ein Lobbyregister wird nicht alle Probleme des Lobbyings lösen – aber es ist eine von mehreren Maßnahmen. Da es derzeit noch kein Lobbyregister in Deutschland gibt, haben wir eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, um von uns aus zu mehr Transparenz beizutragen:

Unsere Instrumente der verantwortlichen Interessenvertretung

Seit der Eröffnung des Berliner Konzernbüros der METRO AG im Januar 2010 bemühen wir uns um eine aktive Kommunikation unseres Verständnisses von einer „verantwortlichen Interessenvertretung“ und tragen durch Teilnahme an Diskussionen, Veröffentlichen von Aufsätzen zu einem sichtbaren Diskurs zu dem Thema bei (siehe z.B. hier oder hier). Unsere Veranstaltungsreihe, die Berliner Mittwochsgesellschaft des Handels, soll dazu beitragen, dass die für uns wichtigen Themen auf dem politischen Parkett in der Hauptstadt wahrnehmbarer sind. Die Reden des Gastes werden immer eins zu eins auf youtube dokumentiert sowie zusätzlich die Veranstaltungen redaktionell zusammengefasst. Wichtiger ist uns aber noch, dass die Gäste in der Regel vorab Thesen zum jeweiligen Thema veröffentlichen, die auf einer eigenen Seite online diskutiert werden können. Damit ist jeder Absender mit seinen Positionen sichtbar und leichter nachvollziehbar, wer zu welchem Thema was zu sagen hat. Entscheiden ist, dass nicht nur Industrie und Handel zu dieser Reihe eingeladen werden, sondern auch NGOs, Journalisten, Meinungsbildner sowie interessierte Menschen mitdiskutieren.

Handelsbrief Ausgabe 01/2015 Bild vergrößern

Darüber hinaus erhalten alle Abgeordneten viermal im Jahr den METRO GROUP HANDELSBRIEF. Schließlich intensivieren wir kontinuierlich unser Angebot bei der digitalen Interessenvertretung. Es wird täglich unter @DasGuteessen getwittert, die Website der METRO GROUP ist im responsive design klar durchstrukuriert und jeder Ansprechpartner und jede Ansprechpartnerin ist leicht zu finden. Zudem haben wir mit dem digitalen Hauptstadtbüro eine neue Form der transparenten Interessenvertretung gefunden, mit der unsere Positionen noch leichter in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs einfliessen können und sollen, wir aber genau mit diesen Positionen auch leichter auffindbar sein wollen.

Das persönliche Gespräch

Neben den verschiedenen Instrumenten, die wir hier dargestellt haben, so ist das persönliche Gespräch mit den Abgeordneten des Bundestages und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern natürlich von besonderer Bedeutung.
Deshalb gibt es Formate wie die METRO TISCHZEIT, wo wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Abgeordneten einladen, um über wichtige Themen zu diskutieren und zu informieren. Und wir nehmen ganz normale Gespräche war, auch um Kontakte aufzubauen oder zu intensivieren: deshalb gehen wir in der Regel auch auf Parteitage, auf Veranstaltungen der Fraktionen oder hören uns beispielsweise für uns relevante Ausschusssitzungen im Bundestag an.

Beantragung von Hausausweisen

Auch gibt es die Möglichkeit, einen Jahresausweis für den Bundestag und die entsprechenden Gebäude schriftlich zu beantragen. Seitens der METRO AG haben wir uns mit der Einführung der neuen Regelung 2010/2011 entschieden, diesen nur für maximal eine Person, nämlich den Leiter des Politikbereiches, zu beantragen. Der Antrag muss bei einem Parlamentarischen Geschäftsführer einer Fraktion gestellt und auch bewilligt werden; seitens der METRO haben wir diesen Antrag immer rotierend gestellt. Übrigens haben derzeit insgesamt rund 18.000 Menschen Hausausweise – mit unterschiedlich langen Gültigkeitsdauern und vor allem mit unterschiedlichen Hintergründen, denn die größte Zahl betrifft Handwerker, Dienstleister, Lieferanten sowie Praktikanten. Verbände können einen Ausweis  beantragen, wenn sie in der öffentlichen Verbändeliste eingetragen sind, allerdings bis zu einer Höchstgrenze von fünf Ausweisen pro Verband. Diese öffentliche Liste wird seit dem Beschluss des Bundestages vom 21.09.1972 vom Präsidenten des Deutschen Bundestages geführt. Aus den Anträgen innerhalb der öffentlichen Verbändeliste und den Ausweisen auf Antrag bei den Parlamentarischen Geschäftsführern ergeben sich zusammen rund 2300 Ausweise.

Auch in das eigene Unternehmen hinein pflegen wir hinsichtlich unserer Arbeit Transparenz und Offenheit. Zum einen dokumentieren wir intern unsere geschäftlichen Kontakte mit Amtspersonen. Zum anderen haben wir definiert, welche Personen berechtigt sind, Interessen des Unternehmens gegenüber Amtspersonen zu vertreten. Diese beiden Punkte sind unter anderem Teil unserer unternehmensweiten Antikorruptionsrichtlinie.

Lobbyismus wahrnehmbarer machen

Diese kleine Aufzählung zeigt: die Instrumente, mit denen Interessenvertretung wahrgenommen werden, werden immer vielfältiger, denn auch hier gilt es, sich am Markt der Anbieter unterscheidbar und damit wahrnehmbar zu machen. Lobbyismus ist nichts geheimnisvolles, sondern schlicht legitime, demokratische Interessenvertretung. Die Politik muss im Rahmen der Gesetzgebung nur einordnen, dass Lobbyisten – wie es Norbert Lammert gesagt hat - „ihren Sachverstand immer in Gestalt von Interessen anbieten". Interessenvertretung ist deshalb um so glaubwürdiger, wenn sie nicht nur Einzelinteressen vertritt, sondern immer auch das Gesamte mit im Blick hat. Der ständige Informationsaustausch zwischen Verbänden, Unternehmen und Interessengruppen auf der einen und Politik, Parlament und Verwaltung auf der anderen Seite ist deshalb nicht nur gesunder Bestandteil des politischen Systems, sondern hat dann eine positive Wirkung, wenn jede Seite nicht vergisst, von welcher Position aus sie agiert. Um diesen Punkt auch für die Zukunft sichtbarer zu gestalten, haben wir uns entschieden, detailliert zu informieren, in welchen Gremien und Organisationen wir wo mitarbeiten. Hinzu kommt, dass firmenbezogene Vertretungsaufgaben auch im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichtserstattung und Ratingbewertungen abgefragt werden und wir hierauf eine transparente Antwort geben wollen. Eine aktuelle Liste finden Sie hier; wer darüber hinaus Fragen hat, kann sich direkt an uns wenden.

All diese Aufzählungen zeigen aber auch, dass es am Ende des Tages um die Frage geht, mit welcher Haltung Politik, Interessenvertretung betrieben und vollzogen wird. Transparenz ist schön und gut, sie bringt aber wenig, wenn nicht offen und fair miteinander umgegangen wird.

Handwerklich gute Arbeit ist die Voraussetzung, die klare Moderation von gegenwärtigen und aktuellen politischen Interessenkonflikten ist ebenso wichtig wie Verlässlichkeit, Beharrungsvermögen und Geduld, mit der an notwendigen politischen und wirtschaftlichen Reformprojekten festgehalten wird. Gute Interessenvertretung braucht Treue zu sich selbst und zu anderen und erzeugt so über den zeitlichen Wandel hinaus verlässliche Verbindlichkeiten.