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5 Fragen - 5 Antworten

Geschmacksfrage mit ... Nora Fasse

Mit der "Geschmacksfrage" stellen wir regelmäßig Akteure aus dem politischen Berlin vor und vermitteln so einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Hauptstadtinteressen. Heute im Interview: Nora Fasse, Referentin bei der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und zuständig für das Themengebiet "Betriebliche Personalpolitik".

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METRO GROUP: Auf welches Lebensmittel freuen Sie sich in Frühling und Sommer besonders?

Nora Fasse: Sommerzeit ist Erdbeerzeit! Ich freue mich auf frische Erdbeeren. Am liebsten im Erdbeerkuchen, aber natürlich auch pur, frisch vom Markt. 

METRO GROUP: Worauf legen Sie Wert beim Kauf dieses Lebensmittels?

Nora Fasse: Erdbeeren kann man gut aus regionaler Erzeugung kaufen. Schließlich gibt es im Berliner Umland viele tolle Erdbeerhöfe, so dass die Wege bis nach Berlin-Mitte kurz sind und die Früchte nicht durch lange Transportzeiten leiden. Ich versuche aber grundsätzlich auf die Herkunft eines Lebensmittels zu achten.

METRO GROUP: Das Entgelttransparenzgesetz wurde kürzlich vom Deutschen Bundestag verabschiedet und soll Anfang Juli in Kraft treten. Konnte aus Sicht der Arbeitgeber ein tragbarer Kompromiss gefunden werden?

Nora Fasse: In jedem Fall ist es für die Arbeitgeber ein schmerzhafter Kompromiss. Die neuen Auskunftsansprüche zum Entgelt sowie die Berichtspflichten sorgen für einen gewaltigen bürokratischen Aufwand. Das belastet Arbeitgeber erheblich. Außerdem schaffen die vielen unklaren Vorgaben Rechtsunsicherheit und zwar für alle, für Arbeitgeber und für Beschäftigte.

Wir konnten aber im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens wesentliche Verbesserungen für die Arbeitgeber erreichen. Gestrichen wurden unter anderem Verpflichtungen zur Durchführung von Prüfverfahren sowie zur Überprüfung von Tarifverträgen. Bei den  Berichtspflichten konnten wir eine Menge bürokratisches Klein-Klein verhindern genauso wie die Angabe von Mindestentgelten in Stellenanzeigen. Zudem sind nun auch Erleichterungen für tarifgebundene und tarifanwendende Arbeitgeber vorgesehen.

Es ärgert mich allerdings sehr, dass das Gesetz an seinem eigentlichen Zweck vorbeigeht, aber viel Aufwand produziert. Denn die  tatsächlichen Ursachen für Entgeltunterschiede liegen darin begründet, dass Frauen und Männer immer noch unterschiedliche Wege in der Arbeitswelt gehen. Hier ist ein Umsteuern notwendig: Weg von den Fehlanreizen im Sozialversicherungs- und Steuerrecht, die eine Erwerbstätigkeit als nicht lohnenswert erscheinen lassen. Hin zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf – für Frauen und Männer gleichermaßen, insbesondere mithilfe guter Kinderganztagsbetreuung und mehr haushaltsnahen Dienstleistungen. Hin zu mehr Männern in sozialen Berufen und mehr Frauen in technischen Branchen. Vor allem müssen wir weg von überholten Rollenbildern und hartnäckigen Klischees.

METRO GROUP: Welche Erwartungen haben Sie an die Parteien im bevorstehenden Wahlkampf?

Nora Fasse: Es mag selbstverständlich klingen, aber in Zeiten von Populismus und Fake News erwarte ich von den Parteien Ehrlichkeit und Fairness im Bundestagswahlkampf. Dazu zählt für mich  auch, dass Statistiken sauber erklärt und nicht zu verzerrten Darstellungen missbraucht werden.

In der Arbeitsmarktpolitik wünsche ich mir, dass die Parteien die Chancen der Digitalisierung für den Standort Deutschland noch stärker herausstellen, anstatt mögliche Risiken unnötig zu dramatisieren und diffuse Ängste zu verbreiten.

Gleichzeitig sollten sich die Parteien auf die echten Herausforderungen fokussieren, also zum Beispiel auf die Frage, wie Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Die hervorragende Arbeitsmarktsituation muss genutzt werden, um den Schwächsten am Arbeitsmarkt Steine aus dem Weg zu räumen.

METRO GROUP: Ihr nächster Termin heute?

Nora Fasse: Heute Abend* findet die Abschlussveranstaltung des Projekts „Wirtschaft inklusiv“ statt. Die Projektmitarbeitenden haben drei Jahre lang vollen Einsatz gezeigt und mehr als 2.200 Betriebe über die Möglichkeiten zur Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung informiert und beraten. In Zukunft wird die Expertise von „Wirtschaft inklusiv“ in das neue Projekt „Unternehmens-Netzwerk Inklusion“ einfließen. Ich freue mich schon auf die vielen guten Inklusionsbeispiele aus der Praxis!
[*am 28.4.2017, Anm. d. Red.]

Bianca Maley

Informationen zum Autor

Bianca Maley ist als Referentin Nationale Politik im Konzernbüro Berlin der METRO GROUP tätig.