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Alternativen beim Eierkauf

Bewusste Kaufentscheidung – nicht nur zu Ostern

Männliche Küken von Legehennen legen keine Eier, und da sie im Vergleich zu Masthühnern nur sehr langsam Fleisch ansetzen, lohnt sich die Mast oft nicht. Deshalb werden sie häufig direkt nach dem Schlüpfen getötet. Jährlich betrifft das bis zu 50 Millionen männliche Küken.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) will diese Praxis bis 2017 beenden und fördert im Rahmen der Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" die Weiterentwicklung der sogenannten "In-Ovo-Geschlechtsbestimmung". Damit soll zukünftig das Ausbrüten und Schlüpfen männlicher Küken verhindert werden.

Der Handel geht bereits mit eigenen Projekten voran, um die Praxis des Küken-Tötens in der Eierproduktion zu beenden. So haben Kunden in vielen Real Märkten seit Ende März 2017 die Möglichkeit "haehnlein-Eier" von Fürstenhof zu erwerben. Hier werden die männlichen Küken nicht getötet, sondern für die Fleischproduktion mit aufgezogen. "Dass männliche Küken neben Legehennen aufwachsen, ist zum heutigen Zeitpunkt eine Ausnahme und stellt daher ein wegweisendes Vorzeigeprojekt dar. Wir freuen uns, dieses zu unterstützen und unseren Kunden damit Bio-Eier aus nachhaltiger Aufzucht anbieten zu können", sagt Franziska Autenrieth, Real Abteilungsleiterin CSR.

Der finanzielle Mehraufwand wird auf die Eier umgelegt. Pro Ei sind das vier Cent. Diese werden in vollem Umfang für die Aufzucht der männlichen Küken und deren Vermarktung verwendet. Bisher werden in 83 Real Märkten deutschlandweit die "haehnlein-Eier" angeboten. "Das ist aber erst der Anfang", erklärt Patrick Müller-Sarmiento, Real CEO, "wir wollen diese alternative Form der Legehennenhaltung weiter vorantreiben und unsere Kunden für dieses Thema sensibilisieren."

Dass die Problematik des Tötens männlicher Küken den meisten Verbrauchern bekannt ist, hat eine Forsa-Umfrage gezeigt, die im Januar 2017 im Auftrag der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde. Die Verbraucher sind demnach bereit, mehr für Hühnereier zu bezahlen, wenn mit Hilfe der Mehreinnahmen männliche Küken aufgezogen und anschließend vermarktet werden könnten.  Die Chancen, dass sich Projekte wie die "haehnlein-Eier" durchsetzen, stehen also gut.

Quelle Titelbild: Flickr Creative Commons – Foto  by Alex Starr

Stefanie Awe

Informationen zum Autor

Stefanie Awe ist als Referentin Nationale Politik im Konzernbüro Berlin der METRO GROUP tätig.